Navigieren auf Fussballstadion JA

Navigation

29. Oktober 2018

Behauptungen und Fakten zum Zürcher Fussballstadion

Der Faktencheck zur Abstimmung über das Fussballstadion in Zürich vom 25. November

Der Faktencheck zur Abstimmung über das Fussballstadion in Zürich vom 25. November

Behauptung #1: «Die Brache kann bleiben.»
Richtig ist: Wenn bis 2035 kein Stadion steht, geht das Areal an die Credit Suisse zurück. Die Bank belässt sicher keine Brache.

Behauptung #2: «Ohne Stadion gibt es mehr Genossenschaftswohnungen.»
Richtig ist: Wenn bis 2035 kein Stadion steht, geht das Areal an die Credit Suisse zurück. Die Bank baut sicher keine Genossenschaftswohnungen.

Behauptung #3: «Hochhäuser sind hässlich, unnötig, zu hoch.»
Richtig ist: Die Hochhäuser sind ein wichtiger Beitrag zur Verdichtung der Stadt und ermöglichen mehr Freiflächen für die Bevölkerung. Sie wurden von renomierten Architekturbüros entworfen. Zudem finanzieren sie das Fussballstadion ohne Steuergeld.

Behauptung #4: «Es entstehen Luxuswohnungen mit Mieten von über 4000 Franken für vier Zimmer.»
Richtig ist: Es können 299 gemeinnützige Wohnungen im tiefen Preissegment und 570 Hochhaus-Mietwohnungen im mittleren Preissegment realisiert werden. Eine 4.5-Zimmerwohnung im Hochhaus kostet monatlich bspw. durchschnittlich 3'200 Franken. Und die Mieten in der Genossenschaftssiedlung liegen zwischen rund 1’150 und 1'850 Franken bei 2.5- bis 6.5-Zimmer-Wohnungen.

Behauptung #5: «Die Mieten sind illegal.»
Richtig ist: Nur ein Gericht kann darüber entscheiden, ob ein Mietzins illegal ist oder nicht. Wie dieses entscheiden wird, wenn die Mietzinse vor Bezug der Wohnungen angefochten werden, ist unklar. Ein Gericht müsste in einer solchen Beurteilung nämlich die Querfinanzierung des Stadions mitberücksichtigen.

Behauptung #6: «Das Projekt kostet die Steuerzahlenden beim Heimfall in 92 Jahren 1.338 Milliarden Franken.»
Richtig ist: Die Stadt Zürich erwirtschaftet beim Heimfall immer einen Gewinn, da sie die Türme zu 80% des damaligen Wertes erhält und bspw. zum realen Wert weiterverkaufen kann. Die genannte Milliarde wurde von Finanzvorsteher Daniel Leupi als «Luftikus-Berechnung» bezeichnet. Die Stadt geht von einem finanziellen Vorteil von 170 Mio. Franken aus – 110 Mio. Franken aus den jährlichen Baurechtszinsen und mind. 56 Mio. Franken aus dem Heimfall.

Behauptung #7: «Die Credit Suisse bereichert sich auf Kosten des Steuerzahlers.»
Richtig ist: Die Hochhäuser gehören grossmehrheitlich Pensionskassenanlagen, die lediglich durch die Credit Suisse verwaltet werden. Mit der Rendite der Hochhäuser werden vor allem Renten finanziert. Zudem finanzieren die Hochhäuser Bau und Betrieb des Fussballstadions ohne Steuergeld.

Behauptung #8: «Es braucht kein neues Stadion, der Letzigrund reicht völlig.»
Richtig ist: Der Letzigrund wurde für Leichtathletik und Events konzipiert. Ohne echtes Fussballstadion ist der Zürcher Profifussball nicht überlebensfähig, da er nicht genügend Einnahmen generieren kann. Daran hängt nicht nur der Spitzenfussball, sondern auch die Nachwuchsförderung und Integrationsleistung. Vom Fussballstadion profitiert auch der Breitensport: Die Leichtathletik aber auch andere Sportarten wie z.B. Baseball, Rugby, Landhockey oder Gymnastik können so den Letzigrund nutzen – dadurch entstehen Kapazitäten in den anderen Sportanlagen.

Behauptung #9: «Ohne Türme keine Einsprachen. Mit der SP-Initiative kommt Zürich schneller zu einem Stadion.»
Richtig ist: Jedes grössere Bauprojekt kann angefochten werden – ob mit oder ohne Türme. Das ist zulässig und muss bei solchen Vorhaben eingeplant werden. Die Eröffnung des privat finanzierten Fussballstadion ist auf 2022 geplant, ein durch die Stadt gebautes wäre bedingt durch ein neues Ausschreibungsverfahren frühestens 2028 betriebsbereit.

Behauptung #10: «Die Stadt kann selbst bauen, es braucht keine privaten Investoren.»
Richtig ist: Das Zürcher Stimmvolk hat sich zuletzt 2013 gegen ein städtisch finanziertes Stadion ausgesprochen, aus Kostengründen. Der Stadtrat steht daher vollumfänglich hinter dem privat finanzierten Projekt.

Behauptung #11: «Solange in der Stadt Fans prügeln, wollen wir denen kein Stadion geben.»
Richtig ist: Das sind Kriminelle, die von Polizei und Justiz verfolgt werden müssen. Die absolut überwiegende Mehrheit der Fussballfans ist friedlich und gehört für deren Verhalten nicht bestraft. Oder soll kein Geld mehr für Strassen ausgeben werden solange es Verkehrssünder gibt? Oder für Sozialleistungen solange es Sozialversicherungsbetrug gibt?

Weitere Artikel