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18. September 2018

Ein Fussballstadion für ganz Zürich

Ein neues Stadion in einem erneuerten Quartier

Ein neues Stadion in einem erneuerten Quartier

Das Hardturm-Areal liegt seit zehn Jahren brach. Nun gibt es frischen Wind in Zürichs Westen. Mit dem privat finanzierten Projekt Ensemble soll ein Fussballstadion, eine Genossenschaftssiedlung, Ateliers und Wohnraum für rund 1500 Menschen entstehen.


Gast zu sein, ist etwas Schönes. Weniger schön ist es allerdings, wenn man am falschen Ort Gast ist. So geht es den beiden Zürcher Fussclubs seit Jahren. Zwar hat die Stadt mit dem FCZ und GC gleich zwei Super-League-Clubs, dafür aber kein richtiges Fussballstadion. Die professionellen Mannschaften müssen ihre Heimspiele deshalb in einem für die Leichtathletik konzipierten Stadion austragen: im Letzigrund. Vor zehn Jahren war Zürichs Fussballwelt noch in Ordnung. Jeder Club hatte sein eigenes Stadion, der FCZ das alte Letzigrund, GC das ehemalige Hardturm. Mit dem Neubau des Letzigrund- und dem Abriss des Hardturm-Stadions endete diese Ära. Seitdem teilen sich die Traditionsclubs die Letzigrund-Arena. Noch unerfreulicher ist es, dass seither das Hardturm-Areal brach liegt.

Ausgewogene Lösung, attraktive Aufwertung eines Quartiers
Das Brachland in Zürich West hat eine Fläche von rund 55 000 m2. Nun wollen private Investoren mit dem Projekt Ensemble endlich wieder Leben aufs Areal bringen. Geplant sind ein Fussballstadion, ein breiter Wohnungsmix für über 1500 Menschen, zahlreiche Gewerbe- und Atelierräume sowie grosszügige Freiflächen. Die Wohnungen werden einerseits in einer Genossenschaftssiedlung und anderseits in zwei Hochhäusern realisiert.

Die drei Elemente Stadion, Genossenschaftsbau und Wohnhochhäuser sind als Gesamtpaket miteinander verknüpft: Die Hochhäuser mit Wohnungen im mittleren Preissegment finanzieren das Fussballstadion, die Genossenschaftssiedlung bietet preisgünstigen Wohnraum. Im Rahmen eines städtischen Investorenwettbewerbs hat das Projekt Ensemble mit seinem architektonischen, städtebaulichen und nachhaltigen Konzept die unabhängige Fachjury einstimmig überzeugt. Zudem sieht die Stadt Zürich in Ensemble eine wertvolle Aufwertung des Quartiers.

Modernste Sicherheitsstandards, zusätzliche Einnahmequellen
Anders als das Letzigrund mit der mehrspurigen Tartanbahn ums Spielfeld soll das neue Stadion hautnahe, stimmungsvolle Fussballerlebnisse bieten. Neben einer tollen Atmosphäre bietet das Stadion den Zuschauern auch höchste Sicherheitsstandards. Für die zwei Clubs, die das Stadion gemeinsam betreiben werden, öffnen sich wichtige neue Einnahmequellen. GC und FCZ profitieren von einer modernen Infrastruktur mit VIP-Lounges und Restaurants sowie den Vermarktungsrechten - Möglichkeiten, wie sie andere nationale und internationale Spitzenclubs bereits haben. Als mittelständische Unternehmen sind die zwei Vereine auf diese Einnahmen angewiesen. Sie ermöglichen es ihnen, nicht nur sportlich national und international mitzuhalten, sondernauch in den Nachwuchs zu investieren und damit weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Integration zu leisten.

Vielfältiger Wohnungsmix, grosszügige Freiflächen
Auf dem Hardturm-Areal sollen fast 800 Mietwohnungen entstehen. 174 realisiert die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) und schafft so in Zürich neuen bezahlbaren Wohnraum. Die Siedlung umfasst neben den Wohnungen einen Gemeinschaftsraum, einen Doppelkindergarten, Atelier- und Gewerbeflächen, öffentliche Begegnungszonen sowie einen Gartenhof. Nebst den preislich attraktiven Genossenschaftswohnungen entstehen weitere 570 Wohnungen in zwei Hochhäusern mit Mietpreisen im mittleren Preissegment, die von den Anlagegefässen der Credit Suisse gebaut werden. Da die Hochhäuser im Vergleich zu anderen Bauweisen deutlich geringere Grundflächen benötigen, entstehen in Ensemble überproportional grosszügige Freiflächen, die zum Beispiel durch einen Wochenmarkt, Veranstaltungen oder Strassencafes genutzt werden können.

Durchdachtes Verkehrskonzept, viele Veloplätze
So gut ausgearbeitet wie das Gesamtprojekt ist auch die Verkehrsplanung. Für den Genossenschaftsbau der ABZ und die beiden Hochhäuser sieht Ensemble autoarmes Wohnen vor, die zwei Tiefgaragen bieten rund 680 Parkplätze. Einen grossen Mobilitätsvorteil hat das Hardturm-Areal zudem, weil es bereits gut ins umliegende ÖV-Netz eingegliedert ist und sich in unmittelbarer Nähe zum Autobahnzubringer der Al befindet. Und weil die Zürcher gerne Velo fahren, werden auf dem ganzen Areal rund 2450 Velo-Abstellplätze realisiert. Während Spielen werden sogar zusätzliche 500 temporäre Velo-Abstellplätze dezentral auf dem Gelände installiert. Eines ist sicher: Mit Ensemble wird nicht nur ein neues Kapitel in der Zürcher Städtebaugeschichte geschrieben, sondern vor allem auch Fussball- und Sportgeschichte. Denn sobald das Letzigrund wieder vollumfänglich für Leichtathletik und andere Sportarten genutzt werden kann, profitieren auch die Nachwuchsförderung und der Breitensport davon.

Dieser Artikel erschien am 18. September 2018 im Zürisport. Weitere Informationen zum Projekt Ensemble: projekt-ensemble.ch

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